Lernen und Leben

So lernt und lebt es sich bei uns.

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Geschichte in der Sekundarstufe II

1. Die Einführungsphase

"Rom erobert die Welt und geht daran zugrunde" - so hat die Historikerin Helga Gesche einmal über einen vermeintlichen Widerspruch geschrieben: Die Römer erobern den damals bekannten Erdkreis und verursachen so den Untergang ihrer Republik. Der Frage nach den Ursachen von Expansion und Krise, der Rolle von Einzelpersönlichkeiten in der Geschichte aber auch nach den Möglichkeiten, durch Reformen eine Staatskrise abzuwenden wird in dieser Reihe nachgegangen.
Mit der Antike beschäftigen wir uns nicht allzu lange; schon nach den Herbstferien geht es mit zwei Fallstudien weiter, die den Zusammenprall von Kulturen in den Mittelpunkt stellen. Ausgehend von der Kreuzzugsrede Papst Urbans II. (1095) wird untersucht, was die Menschen dazu bewegt hat, "das Kreuz zu nehmen", die gefährliche Reise in das "Heilige Land" anzutreten und dort - gar nicht christlich - einen blutigen Krieg gegen die "Heiden" zu führen. Wir nehmen die islamische Welt unter die Lupe wie auch das christliche Europa. Die Frage nach dem Stellenwert des Glaubens in den Gesellschaften wird gestellt und am Beispiel der großen symbolischen Bedeutung Jerusalems für alle drei monotheistischen Religionen (Judentum; Christentum; Islam) untersucht.
Ein Ereignis von zentraler Bedeutung zu Beginn der Neuzeit ist die Eroberung Mexiko-Tenochtitlans durch den spanischen Konquistador Hernán Cortés im Jahre 1521. Nachdem der Untergang der Hauptstadt der Azteken von uns untersucht worden ist, geht es um die Frage, warum eigentlich Europäer Amerika erobert haben, nicht aber die Amerikaner Europa. Dabei spielten bestimmte Faktoren eine wichtige Rolle, die der bekannte amerikanische Evolutionsbiologe und Kulturphilosoph Jared Diamond in seinem Buch über die "Schicksale menschlicher Gesellschaften" untersucht hat. Es geht z.B. um die Ost-West-Ausrichtung des eurasischen Kontinents, die einen schnellen Kulturtransfer in klimatisch ähnlichen Zonen ermöglichte (im Unterschied zur Nord-Süd-Ausrichtung des amerikanischen Doppelkontinents); es geht aber auch um die wichtige Rolle von Krankheitskeimen, die von Europäern nach Amerika gebracht werden (ohne dass sie es selber wissen) und dort zu einem Massensterben führen. Amerikaner haben die Europäer nicht mit Krankheiten infiziert - eine Ausnahme ist die Syphilis, aber auch das ist nicht einmal sicher. Mit der Eroberung Amerikas und dem nun einsetzenden atlantischen Handel (Globalisierung 1.0) beginnt Europa seinen Aufstieg zur Vormacht in der Welt. Dazu hat auch die aus Amerika importierte Kartoffel beigetragen: Sie ermöglicht ein Bevölkerungswachstum in Europa, das seinerseits wieder Grundlage für Fortschritte in anderen Bereichen wurde.

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Auschnitt aus dem Codex Mendoza. Nach der Eroberung Tenochtitlans durch die Spanier haben spanische Mönche die Azteken aufgefordert, die Geschichte ihres Volkes darzustellen. Auf diesem Ausschnitt findet sich die Gründungslegende Tenochtitlans wieder. Demnach sollte die Stadt dort gegründet werden, wo sich der Adler auf einem Kaktus niederlässt. So wurde die Stadt auf einer Insel im Texcoco-See errichtet. Der blaue Rand wie auch die blauen Diagonalen spiegeln dies wieder. Der Adler findet sich noch heute auf der mexikanischen Nationalflagge.

Aus: F.F. Berdan, P.R. Anawalt, The Essential Codex Mendoza, Los Angeles 1997, S. 269.




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In dieser Rekonstruktion finden sich einige Elemente der symbolischen Darstellung aus dem Jahr 1542 wieder.

Aus: National Geographic, November 2010, S. 48.













Wir richten nun unseren Blick auf Europa selbst. Hier findet im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts eine grundlegende Modernisierung statt. Die industrielle Revolution leitet das "Maschinenzeitalter" ein und löst die agrarische Gesellschaft des "Alten Europa" ab, die von Bauern, aber auch von Händlern und Handwerkern geprägt war. Das moderne Europa erlebt aber auch eine politische Verwandlung, die den Menschen eine zunehmende Mitbestimmung erlaubt. Die Zeit der autoritären Staatsformen ist in vielen Staaten Europas vorbei; sie werden hinweggefegt durch Revolutionen (so etwa in Frankreich 1789 durch die "Große Französische Revolution") oder ihre Macht wird durch eine kontinuierliche Erweiterung des Wahlrechts, wie sie etwa in England stattfindet, immer weiter eingeschränkt.
Soweit die Themen der Einführungsphase; sie zeigen, dass Historiker sich mit einem sehr vielfältigen und aufregenden Themenspektrum beschäftigen; selbstverständlich wird in der Einführungsphase der Umgang mit den diversen Materialien eingeübt, mit denen sich Historiker beschäftigen: Quellen, Sekundärtexte, Karikaturen, politische Plakate etc. werden herangezogen und auf ihre Aussagen untersucht.

Fenster zur Vergangenheit

Die Französische Revolution weckte Ängste in den europäischen Monarchien. Also tat man eine Menge, um sie in den Augen der Öffentlichkeit zu diskreditieren.
Englische Karikatur aus dem Jahre 1793. Aus: Collin Jones, The French Revolution. Voices from a Momentous Epoch, London 1988, S. 118.

Die Inhalte und Methoden der Qualifikationsphase werden im Wesentlichen durch die Vorgaben für das Zentralabitur bestimmt. Die Themen unterscheiden sich zwischen Grundkurs und Leistungskurs nur in wenigen Bereichen; allerdings findet die Auseinandersetzung mit den historischen Inhalten im Leistungskurs auf einem deutlich höheren Niveau statt. In der Qualifikationsphase werden u.a. folgende Themen behandelt:
Die Bildung der Nationalstaaten in Europa. Hier wird ein besonderer Schwerpunkt auf die deutsche Geschichte gelegt; es geht um die Bedeutung Napoleons für die Geschichte dieses Landes; wir beschäftigen uns mit der Frage nach den Ursprüngen des Nationalismus, wir gehen der Bedeutung der deutschen Revolution von 1848 nach, untersuchen, wie es zur Gründung des ersten deutschen Nationalstaates 1871 gekommen ist und gehen der Frage nach, wie dieses Kaiserreich einerseits - ganz im Stile der Monarchien des Alten Europa - seine Bewohner unterdrückt und andererseits zu einem führenden, modernen europäischen Industriestaat wird.

Fenster zur Vergangenheit

Photo aus: H. Buntz, Fenster zur Vergangenheit, Bamberg 2009, S. 145. Text zitiert nach: Enzo Traverso, Im Bann der Gewalt. Der europäische Bürgerkrieg von 1914-1945, München 2008, S. 40.










Der Erste Weltkrieg, die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. In dieser Reihe werden die Ursachen des Krieges (in England als `The Great War´ bezeichnet, dessen Ende im November 1918 noch immer gedacht wird), sein Charakter als moderner und totaler Krieg untersucht. Es geht um das "Epochenjahr" 1917 - das Jahr, in dem die USA erstmals in einem europäischen Krieg intervenieren und das Jahr, in dem in Russland eine Revolution den ersten sozialistischen Staat der Weltgeschichte begründet. Und schließlich geht es um die Frage, warum es so schwer werden sollte, den Krieg mit einem dauerhaften Frieden vergessen zu machen. Eine Folge des Weltkrieges ist eine Brutalisierung der europäischen Gesellschaften - eine Entwicklung die den Aufstieg der rechtsextremen Ideologien des Faschismus und des Nationalsozialismus ermöglicht. Damit wird das nächste Thema bereits angesprochen
Der Nationalsozialismus - ein Zivilisationsbruch. Hier wird die Frage nach den Ursachen des NS gestellt: Sind diese bereits in der Geschichte des Kaiserreiches zu suchen oder richtet man den Blick eher auf die Folgen des Ersten Weltkriegs und die Zwischenkriegszeit ("Der europäische Bürgerkrieg") und dort im Besonderen auf die Krisenjahre 1930 - 1933? Die Machtübertragung an die Nationalsozialisten ist ebenso Thema wie ihre Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges, der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und der Völkermord an den europäischen Juden.

SA-Männer
"Gesichter des Fanatismus" - SA-Männer bei einer öffentlichen Kundgebung. Aus: Richard Evans, The Coming of the Third Reich, London 2003, S. 190.

Deutschland und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der bedingungslosen Kapitulation wird Deutschland von den Siegermächten USA, UdSSR, England und Frankreich besetzt. Zwischen den Westmächten auf der einen und der UdSSR auf der anderen Seite entwickelt sich rasch ein grundlegender Gegensatz (der "Kalte Krieg"); aus ehemals Verbündeten werden nun Feinde. Dies führte zur Spaltung Deutschlands in zwei Teile und zur sogenannten "doppelten Staatsgründung", die ein weiterer Untersuchungsgegenstand sein wird. Es geht um die Untersuchung der Merkmale der Bundesrepublik (Demokratie nach westlichem Vorbild; Marktwirtschaft und Westorientierung), ihren Vergleich mit denen der Deutschen Demokratischen Republik (Einparteienstaat; Lenkungswirtschaft; Ostorientierung) und schließlich die Konfrontation zwischen beiden Staaten in den Zeiten des Kalten Krieges. Diese wird erst durch den ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler, Willy Brandt, gemildert, der mit seiner "neuen Ostpolitik" einen Kurs der Versöhnung mit Osteuropa anstrebt.

Brandt Kniefall

Epochenjahr 1989 - das Ende des "kurzen 20. Jahrhunderts". Die russische Revolution und die Gründung des ersten sozialistischen Staates der Weltgeschichte im Jahr 1917 ist bereits oben angesprochen worden. Viele Historiker sehen dies als den Beginn des "kurzen 20. Jahrhunderts" an, dessen Ende sie auf den Zusammenbruch der UdSSR im Jahre 1991 datieren. Dieser hat gravierende Auswirkungen auf die Entwicklungen in Europa: Die Reformpolitik Michail Gorbatschows und schließlich der Niedergang der Sowjetunion bedeuten das Ende des Kalten Krieges und das Ende der Spaltung Europas. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990 und die Gründung des zweiten deutschen Nationalstaates. Dieser Prozess wird in seinen innen- und außenpolitischen Dimensionen genau untersucht; eine Bewertung der wechselvollen Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert schließt das Thema ab und leitet über zu einer Wiederholungsphase, die im Sinne einer effizienten Abiturvorbereitung einen erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs ermöglichen soll.

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08/2016
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