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23.08.2022

Am Bodensee war‘s schee

 

 

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Unsere sechstägige Studienfahrt führte uns nach Friedrichshafen, einer am nördlichen Ufer gelegenen Stadt am Bodensee, die für ihre Luftfahrtgeschichte bekannt ist und über der immer wieder der Zeppelin am blauen Himmel von uns gesichtet wurde.

Während einer Stadtführung erfuhren wir, dass Friedrichshafen von dem ersten württembergischen König Friedrich dem 1. seinen Namen hat und unter ihm wirtschaftlich erblühte, da Friedrich den Hafen als Warenumschlagsplatz nutzte und einen regen Handelsverkehr mit der nahen gelegenen Schweiz förderte. Wegen ihrer wirtschaftlichen Stärke, aber vor allem wegen ihrer Rüstungsindustrie wurde die Stadt Friedrichshafen im zweiten Weltkrieg fast vollkommen zerstört. Verschont dagegen wurde die schöne Stadt Lindau, in Bayern und Dreiländereck gelegen, deren Wahrzeichen ein steinerner Leuchtturm und der 6 m hohe Bayerische Löwe ist, der die Hafeneinfahrt von Lindau bewacht. Auf der Altstadtinsel kann man z.B. auch das alte Rathaus bewundern, das aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Ebenso mittelalterlich zeigte sich die Stadt Meersburg mit seinen alten Stadtmauern und seiner Burg. Aber auch barocke Einflüsse wurden uns bei der Führung durch das Neue Schloss Meersburg, Sitz der Fürstbischöfe von Konstanz ab Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich. Wir folgten trotz schier unvorstellbarer Hitze den wortgewandten und hoch informativen Vorträgen aufmerksam.
Frau Herbst machte uns beim Vorübergehen an einem Friedhof auf das Grab von Annette von Droste Hülshoff aufmerksam. Die bekannte deutsche Schriftstellerin und Komponistin lebte von 1841-1848 in Meersburg, zunächst im alten Schloss Meersburg und dann im Fürstenhäusle mit Blick auf den Bodensee. Ihr kennt natürlich alle den Knaben im Moor und habt „Die Judenbuche“ gelesen…

In Unteruhldingen sollten wir dann etwas über die jungstein- und bronzezeitliche Kultur am Bodensee erfahren und besuchten zu diesem Zwecke das Pfahlbaumuseum - ein archäologisches Freilichtmuseum im Wasser. In den Rekonstruktionen der Pfahlbauten gewannen wir Einblicke in das Leben und Arbeiten der Menschen, die am Bodensee bereits vor ca. 6000 Jahren ansässig waren.

Um unsere rauchenden Köpfe abzukühlen, sprangen wir nach der Besichtigung in den Bodensee. Die Strandbäder am Bodensee sind traumhaft und wir hatten viel Spaß mit unseren Rettungskräften Herrn Dreier, Frau Hoffmann und Herrn Waldhof.

Am Mittwoch waren wir im österreichischen Bregenz und schafften es mit der Seilbahn auf 1064m Höhe. Der Pfänder bot uns ein grandioses Alpenpanorama und verlangte uns auf einem anstrengenden Rundweg alles ab. Bregenz ist aber nicht nur für seinen Pfänder bekannt, sondern vor allem für seine Seebühne, auf der die Bregenzer Festspiele stattfinden. Wir durften hinter die Kulissen schauen und erfuhren einiges über die Konstruktion der Seebühne, sowie über Licht- und Tontechnik. Das Faszinierende ist, dass die Bühne tatsächlich im Bodensee steht...

An unserem letzten Tag fuhren wir mit der Autofähre von Friedrichshafen nach Romanshorn in die Schweiz. Da war so wenig los, dass wir uns insgeheim fragten, ob es Romanshorn überhaupt wirklich gibt... Die Fahrt mit der Fähre war jedoch in jedem Fall ein Erlebnis - auf der Hinfahrt mit einer steifen Brise im Gesicht und auf der Rückfahrt mit der sengenden Sonne auf der Nase. Im Anschluss hatten wir noch Freizeit in Friedrichshafen: Bummeln, baden, Graf von Zeppelin-Museum, Schulmuseum… Da war für jede(n) etwas dabei.

Der einsetzende Regenschauer am Freitag erleichterte uns den Abschied vom bis dato sonnigen und heißen Bodensee. Auf die Frage, was uns am besten gefallen habe, antwortete einer von uns: „Die Gemeinschaft. Ich kenne jetzt Leute, von denen ich vorher nicht wusste, dass sie in meinem Jahrgang sind." So soll es sein.

Vielen Dank an Herrn Droste, Frau Hoffmann und Herrn Waldhof, die uns begleitet, gehegt und gepflegt haben. Unser nächstes Ziel: Abi 23 - auf geht's...