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28.01.2020

Ein Koffer für die Kinder von Auschwitz

 

 

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FotosROHM



Anlässlich des Holocaust-Gedenktages fand am 27.01.2020 an der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesamtschule eine Gedenkveranstaltung und ein Workshop mit Dr. Sarah Kass statt. Aktiv daran beteiligten sich die Schüler*innen der beiden ERG-Kurse des 8. und 9. Jahrgangs.

Kurz vor der 1. Großen Pause erfolgte eine Lautsprecherdurchsage unseres Schulleiters Frank Ziegler, um den besonderen Hintergrund dieses Tages zu erklären.

Und hier die Durchsage im Wortlaut:
„Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen.
Heute ist der Gedenktag der Opfer des nationalsozialistischen Terrors (dem Holocaust).
Zu den Opfern gehörten u.a. Juden, Christen, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle und politisch Andersdenkende!
Darüber hinaus gedenken wir heute der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 75 Jahren!
Dort wurden in der NS-Zeit über 1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder von den Nazis ermordet.
Anlässlich dieses Gedenktages halten wir eine Schweigeminute ab.

[Schweigeminute]
In der ersten großen Pause werden unsere Flaggen mit einem Trauerflor gehisst.
Darüber hinaus findet heute Nachmittag eine Veranstaltung zu dem Thema im Forum statt.“


Angesichts der aktuellen judenfeindlichen und extremistischen Anschläge in Halle an der Saale am 9. Oktober 2019 ist es dringend nötig, Kinder und Jugendliche zu ermutigen, gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus in jeglicher Form einzuschreiten und sich für Völkerverständigung zu engagieren.

Zentraler Bestandteil der Veranstaltung war der von Dr. Sarah Kass geleitete Workshop unter dem Titel:
EIN KOFFER FÜR DIE KINDER VON AUSCHWITZ
Der Museumskoffer enthält z.B. Zeichnungen, Fotos, Werke, Spielzeug, persönliche Gegenstände, Kleidung. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, Gegenstände aus dem Koffer zu nehmen, zu betasten, zu fühlen, das alte Material zu riechen, Lieder in jiddischer Sprache (Klezmer-Musik) zu hören etc..
Auf diese Weise kommt es zur Auseinandersetzung mit dem Leben von jüdischen Kindern während des Nationalsozialismus.

Unter den über 1,3 Millionen Häftlingen, die zwischen 1940 und 1945 nach Auschwitz deportiert und von denen über 1,1 Millionen dort ermordet und zu Tode gefoltert worden sind, befanden sich auch mehr als 232 000 Kinder (und junge Menschen unter 18 Jahren). Viele von ihnen nutzten einen solchen Koffer.

Zur Referentin:
Dr. Sarah Kass promovierte an der Universität Paderborn zum Thema „Das Leben im Ghetto Theresienstadt (1941-1945) – eine Untersuchung der Kinderzeichnungen im Sinne der Erinnerungs- und Vermächtniskultur“ und entwickelte parallel dazu Strategien und Unterrichtsmaterialien zur Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern auf Gedenkstättenfahrten.

Der Workshop "Ein Koffer für die Kinder von Auschwitz" ist eine Form dieser Vorbereitung.