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11.12.2015

 »Nicht alle Alternativen geprüft«

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Texthu (WB)
FotosWB

Schulleitung und Elternvertreter der Gesamtschule Stieghorst üben massive Kritik an dem Vorhaben der Stadt, die Dreifach-Sporthalle der Schule als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen.

Bielefeld (WB/hu). Wie berichtetWie berichtet, hatte der Krisenstab der Stadt dies am Mittwoch beschlossen. Am Donnerstag informierte die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Gesamtschule mit einem Brief die Eltern über die Situation.

Laut Schulleiter Torsten Schätz sollen am kommenden Mittwoch die Umbauarbeiten in der erst vor wenigen Monaten für einen sechsstelligen Betrag komplett sanierten Halle beginnen. Ab dem 21. Dezember sollen dann bis zu 170 Flüchtlinge dort einziehen und mindestens sechs Monate bleiben, »aber nach den Informationen, die wir erhalten haben, hört sich dies eher nach einem Jahresprojekt an«, so Schätz.

Denn um die Halle als Unterkunft auszubauen, sollen unter anderem ein neuer Boden verlegt und feste Trennwände eingezogen werden, »sodass einzelne Wohnungen abgetrennt werden«, sagt Schätz. Außerdem soll neben der Turnhalle eine Rasenfläche ausgekoffert und mit Schotter versehen werden, um dort Zelte und Sanitärcontainer aufstellen zu können.

Unverständnis äußert Torsten Schätz über die aus Schulsicht mangelnde Information durch den Krisenstab. Obwohl am Dienstag eine Begehung stattgefunden habe, um die Eignung der Sporthalle aus Flüchtlingsunterkunft zu überprüfen, sei dabei kein Kontakt zu der Schulleitung aufgenommen worden, »obwohl die Halle nur eine Minute entfernt liegt«.

Probleme sehen Lehrer und Eltern der Gesamtschule wie der angrenzenden Stieghorst-Grundschule durch die Verkehrssituation an der Straße Wortkamp, die zu beiden Schulen führt. »Dort ist ohnehin schon viel Verkehr, und wenn nun noch die Fahrzeuge zur Flüchtlingsversorgung dazu kommen, wird es noch problematischer oder sogar gefährlich«, sagt Elternvertreter Johnsdorf. Außerdem müssen drei Viertel des Sportunterrichts ausfallen, so Schulleiter Schätz – einschließlich der Kurse, die für das Abitur relevant seien.

Außerdem kritisieren Schätz und Johnsdorf, dass nicht alle alternativen Unterbringungsmöglichkeiten wie etwa in den leerstehenden Räumen der ehemaligen Reno- und Aldi-Geschäfte an der Detmolder Straße geprüft worden seien. Schätz: »Wir haben den Eindruck, dass Zugriff auf das Objekt genommen wurde, das am leichtesten verfügbar ist.«

Dennoch wolle sich die Schule »nicht in die Schmollecke« zurückziehen, sondern konstruktiv an Lösungen arbeiten. So gebe es bereits Überlegungen, wie die Gesamtschüler Flüchtlingskinder unterstützen könnten. Um den Sportunterricht aufrecht zu erhalten, will die Schule der Stadt außerdem vorschlagen, private Sportstätten wie Fitnessstudios, Badminton- oder Fußballhallen zu nutzen. Darüber hinaus gebe es zusammen mit anderen Schulen die Überlegung, tägliche eine Stunde Sport auf dem Rathausplatz zu veranstalten. »Um deutlich zu machen, wie sehr die Sporthallen fehlen.«

Ausdrücklich betonen Schätz und Johnsdorf, dass sich die Schule gegenüber den Flüchtlingen in der Verpflichtung sieht und dass die Schule bereits viel unternehme, um zu deren Integration beizutragen. »Wir haben eine internationale Klasse für Flüchtlingskinder eingerichtet. Unsere Schüler engagieren sich in der Unterkunft im Oldentruper Hof.«


Quelle: WestfalenblattWestfalenblatt