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21.10.2022

Archivkiste der Gedenkstätte Stalag 326 zu Gast

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Viele Menschen kennen die großen Konzentrationslager und Vernichtungslager aus der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und dem heutigen Polen, zum Beispiel in Bergen-Belsen, Buchenwald oder Auschwitz. Eher unbekannt ist aber, dass auch in der Nähe von Bielefeld zehntausende Menschen in einem Lager ums Leben kamen.
Was ist das Stammlager 326 und was passierte dort?
Im Stammlager 326 in Stukenbrock wurden zwischen 1941 und 1945 viele russische Kriegsgefangene des zweiten Weltkriegs gefangen gehalten, die als Zwangsarbeiter in Westfalen eingesetzt wurden. Diese bekamen im Lager absichtlich systematisch zu wenig zu essen und erhielten auch keine angemessene Unterkunft. Zum Teil lebten sie monatelang in selbst gegrabenen Erdhöhlen, da es anfangs keine Häuser auf dem Gelände gab. Auch erhielten sie keine medizinische Versorgung. Zugleich mussten sie körperlich extrem hart arbeiten. Dadurch überlebten viele Soldaten die Gefangenschaft nicht. Auf dem Soldatenfriedhof in der Nähe des Lagers (in der Nähe des Safariparks Stukenbrock) sind mindestens 18.000, nach anderen Schätzungen bis zu 60.000 Menschen beerdigt (zum Vergleich: Das Stadion von Arminia Bielefeld hat 26.000 Plätze).
Warum töteten die Nationalsozialisten so viele Menschen?
Sie alle wurden von Deutschen umgebracht, weil in der Zeit des Nationalsozialismus Adolf Hitler und seine Anhänger die Deutschen für eine besondere „Rasse“ (die „Arier“) hielten. Diese sei dazu verpflichtet, andere Menschen die sie für „minderwertig“ hielten (besonders Juden, Sinti und Roma, aber auch Slawen) zu vernichten. Gleichzeitig wollten die Nazis alle Feinde durch Kriege besiegen und Deutschland zur größten Weltmacht machen. Besonders in Russland und Osteuropa wollten sie „Lebensraum“ für Deutsche erobern – dort töteten sie während des Krieges mehrere Millionen Menschen. Besonders brutal gingen Sie gegen Russland vor. Zum Glück verlor Deutschland den Krieg und die Diktatur Hitlers endete, so dass wir heute in einer freien Demokratie leben können.
Die Archivkiste:
Das Museum der Gedenkstätte hat unserer Schule im September und Oktober für einige Wochen seine Archivkiste zur Verfügung gestellt. Darin sind viele Gegenstände enthalten, die das Leben, Wohnen, Essen und die Kleidung der Gefangenen zeigen. Viele Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und Q2 erhielten im GL- und Geschichtsunterricht dadurch einen besonders eindrücklichen Einblick in diesen Teil der Geschichte unseres Landes. Dadurch, dass wir uns an diese Zeit erinnern, übernehmen wir Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder vorkommt.
Das mittlere Bild zeigt:
Orden für die Überlebenden: Darunter eine Bleckplakette („Hundemarke“) mit einer Nummer – die Menschen wurden mit Nummern bezeichnet und nicht mit ihrem Namen. Die Soldatenmütze (Pilottka) mussten einige Gefangene als Teller verwenden, da die Menschen kein Geschirr erhielten. Das Holz ist von einer Holzbaracke, in der die Menschen untergebracht waren. Die Lampe ist aus einem Bergwerk, in dem die Gefangenen arbeiten mussten. Das Maßband ist 25m lang. In einer 25m langen Baracke wurden 200 Menschen gefangen gehalten.
Der rechte Bild zeigt:
Die Mehltüte enthält sogenanntes „Russenbrot“ – Mehl, dass mit Sägespäne gemischt wurde, um richtiges Mehl zu sparen.
Die Gefangenen trugen Holzschuhe und mussten ihre eigenen Stiefel abgeben.Einige Gefangene mit besonderen Fähigkeiten stellten Schmuckkästen her, die sie für Essen an die Wachsoldaten ver